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23. Februar 2012
 

sonntags

 
sonntags, 9.02 Uhr
Paparunde in der Evangelischen Familienbildungs-Stätte in Wiesbaden. Quelle: ZDF
Reden übers Rollenverständnis: Paparunde in einer evangelischen Familienbildungsstätte

Der unsichere Mann

Studie zum Rollenverständnis von Männern

Schon 1984 hat Herbert Grönemeyer in seinem Lied "Männer" gesungen "Wann ist ein Mann ein Mann?" Wer damals als Junge mitgesungen hat, ist heute längst ein Mann. Aber eine eindeutige Antwort auf Grönemeyers Frage können viele Männer auch heute noch nicht geben. Das beweist die neue Studie "Männer in Bewegung", die vom Familienministerium finanziert und mit der evangelischen und katholischen Kirche gemeinsam durchgeführt wurde. Aber es ist Bewegung im Selbstbild der Männer.

 
 
 
Hausfrau aus den 50er Jahren an der Waschmaschine. Quelle: Getty Images
Getty Images
Hausfrau der 50er Jahre an der Waschmaschine

Langsam entsteht eine neue Vätergeneration. Das Familienbild vergangener Jahrzehnte, in dem Vati arbeiten ging und die Brötchen verdiente, während Mutti selbstverständlich daheim die Kinder großzog und den Haushalt schmiss, hat selbst bei traditionell denkenden Männern ausgedient: Wenn auch ihre Frauen im Erwerbsleben stehen, ist das für sie mittlerweile nicht mehr negativ, wie noch bei einer Vergleichsstudie vor 10 Jahren.

Moderne und traditionelle Väter

Auffällig ist allerdings, dass viele Männer entweder nach ihrem Selbstbild suchen oder sich nicht für ein bestimmtes Selbstbild entscheiden können. So gehören 24 Prozent der Männer zu einem balancierenden Typ, der sich das Beste aus dem traditionellen und modernen Männerbild herausfiltert, 30 Prozent der Männer suchen nach einem männlichen Selbstbild, ohne es gefunden zu haben.

 
Männer-Selbst-Bild. Quelle: ZDF
ZDF
Es gibt 4 Typen von Männer-Selbstbildern
 

Der Typ Mann, der eine partnerschaftliche und gleichberechtigte Lebensweise von Mann und Frau nicht nur theoretisch befürwortet, kommt mit 19 Prozent am seltensten vor. Diese "modernen" Männer engagieren sich auch am stärksten als Väter. Besonders in Ausnahmesituationen wird das deutlich: Am Wochenende mit dem Sohn Lego zu spielen ist etwas anderes, als ein krankes Kind zu betreuen. Während die meisten Väter ihren Arbeitstag nicht umkrempeln, sondern die Krankenpflege den Müttern überlassen, bleibt der moderne Mann auch mal zuhause und stimmt sich mit seiner Frau ab.

Paul Zulehner. Quelle: ZDF
ZDF
Professor Paul Zulehner

Partnerschaftliche Aufgabenverteilung

Der moderne Männertyp ist leider seltener als der vergleichbare Frauentyp. Prof. Paul Zulehner, einer der Verfasser der Studie, bemänglt: "Wir haben im Jahre 2008 etwa 32 Prozent moderne Frauen, aber nur 19 Prozent moderne Männer. 1998 waren es 18 Prozent. Das heißt, der Zuwachs an modernem Selbstbild bei Männern ist sehr langsam gelaufen." Das hat möglicherweise auch mit den Rahmenbedingungen zu tun, die es Männern nicht leicht machen, modern zu sein: Deswegen freut sich die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen über die große Nachfrage nach den Vätermonaten beim Elterngeld. Das sei ein gutes Signal: "Die vorliegende Studie zeigt gleichermaßen wir sind auf einem guten Weg, aber wir haben auch noch eine gehörige Strecke vor uns."

 
 
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